Sonntag, 19. Juni 2016

Nudeln japanischer Art, auch als Nudelsalat geeignet


Zu diesem Rezept hat mich ein Nudelsalat in der Mathallen (Food Hall) in Oslo inspiriert. Dieser war neben den Tapas in der Markthalle zu unserer Enttäuschung das einzige ‚gekochte‘ Essen, was uns angelacht hat – die Markthallen in Göteborg und Stockholm, vor allem auch Kopenhagen hatten uns während unserem Skandinavien-Trip im letzten Jahr da deutlich mehr zu bieten, wobei die frischen Zutaten zugegebenermaßen in Oslo auch sehr gut aussahen. Sowieso konnte die Stadt Oslo neben Kopenhagen und Stockholm nicht bestehen, was bestimmt aber daran liegt, dass das Stadtbild von einer modernen Architektur bestimmt ist, die mich nicht so begeistert wie die Innenstädte der genannten Metropolen.

Kaum zuhause, habe ich versucht, den Nudelsalat nachzubauen, der aufgrund der Zutaten - Pilze, Spinat und Sesam waren neben der Sojasauce die Geschmacksträger - am ehesten der japanischen Küche zuzuordnen ist. Bei meinen Versuchen ist nun eine warme Variante herausgekommen, die aber auch sehr einfach zu einem Nudelsalat umgewandelt werden kann. Man sollte dann die Nudeln dann kurz abbrausen, dass sie nicht so aneinanderkleben und zur Sauce noch etwas Essig hinzufügen. Diese besteht hier aus Sojasauce (Kikkoman), Sesamöl, etwas Mirin, Miso und natürlich wenig authentischem Ketjap manis.


Ich liebe die japanische Küche oder sagen wir einmal das, was ich dafür halte. Ob eine (Restaurant-)Küche authentisch ist, ist für mich meistens schon ein wichtiger Punkt. Ich will eigentlich authentisch essen und versuche deshalb, ebenfalls so zu kochen, gerade bei Länderküchen, auch der (süd-)deutschen, meiner Heimatküche. Dass die Japaner bei ihrer eigenen Küche da ganz anders sind, habe ich letztens in einer Netflix-Doku gelernt. Es ging dabei um Ramen, ein Gericht, das nicht nur durch die Instant-Variante mittlerweile auf der ganzen Welt zurecht beliebt ist; ich sollte es hier einmal vorstellen, weil es auch zu meinen absoluten Lieblingsgerichten gehört. Es wurde in dieser Doku nun erklärt, dass das Gericht zwar ursprünglich aus China kommt und von den Japanern nur adaptiert wurde, jetzt aber zum japanischen Kulturgut gehört, trotzdem aber kein dogmatischer Mythos darum gesponnen wird wie beispielsweise um den schwäbischen Kartoffelsalat, sondern eine Variation, ein neuer Einfluss als Bereicherung wahrgenommen wird. Eigentlich entspricht diese Einstellung in fast allen Bereichen des Lebens meiner eigenen Philosophie, aber beim Essen bin ich spießig und darauf bin ich nicht stolz. Ich werde versuchen, in Zukunft da etwas aufgeschlossener zu sein.


Doch ich schweife ab. In der Sauce werden Pilze – ich hatte noch Champignons zuhause, normalerweise würde ich Shitake nehmen – mariniert, später wird die Marinade zu den angebratenen Pilzen, dem ebenfalls kurz gebratenem Spinat und den heißen Nudeln gegeben. Zuvor wird nacheinander in derselben Pfanne Sesam geröstet und ein dünnes Omelett im Tamago-Style knusprig gebraten und kalt in Streifen geschnitten. Über die Soba-Nudeln gestreut ergibt das einen leichten Crunch, Radieschen-Würfel verstärken den Effekt und geben zudem eine leichte Schärfe. Hierbei handelt es sich ausnahmsweise auch mal um ein schnelles Gericht, das in 20 Minuten auf dem Tisch steht, dazu vegetarisch ist und auch ohne Ei Veganern schmeckt.

Japanische Nudeln
2 Personen
  • 200g Soba-Nudeln
  • 150g Shitake-Pilze
  • 1 Handvoll Spinat
  • 2 EL japanische Sojasauce
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 TL Ketjap manis
  • 1 TL Misopaste
  • 2 EL Sesamkörner
  • 2 Eier
  • 5 Radieschen
  • Salz, Pfeffer und Zucker
Sojasauce, Sesamöl, Ketjap manis und Misopaste vermischen. Pilze achteln und in der Saucenmischung marinieren. Die Sesamkörner in einer Pfanne rösten und beiseitestellen. Eier mit Salz, Pfeffer und einem Teelöffel Zucker verquirlen. Daraus ein knuspriges Omelett backen, abkühlen lassen und in Streifen schneiden.. Radieschen in Würfelchen schneiden.

Nudeln nach Packungsanleitung garen. Die abgetropften Pilze in der Pfanne bei mittlerer Hitze braten. Nach wenigen Minuten den gewaschenen Spinat hinzugeben. Wenn dieser zusammengefallen ist, Nudeln und die Pilz-Marinade hinzugeben, durchmischen, abschmecken und mit den Radieschenwürfeln, Omelettstreifen und dem gerösteten Sesam servieren.


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